Sie sind nicht Bittsteller in Ihrem eigenen Land. Der Staat ist Ihr Dienstleister – sein Auftrag ist verbindlich festgelegt durch das Grundgesetz. Artikel 6 GG schützt Ehe und Familie als unveräußerliches Fundament der Gesellschaft. Verstehe, was rechtlich wirksam ist – und nutze dieses Wissen souverän.
Artikel 6 Grundgesetz (GG)
Im Originalwortlaut:
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.
1. Kernaussage: Befehl an den Staat, kein bloßer Wunsch
Artikel 6 GG ist rechtlicher Auftrag, keine programmatische Absichtserklärung.
- Die Familie ist als natürliche Einheit vorstaatlich geschützt: Eltern haben ein unmittelbares, verfassungsrechtlich garantiertes Recht auf Erziehung.
- Staatliche Eingriffe sind strikt begrenzt:
- Erstes Mittel: Unterstützung der Familie (z. B. durch Beratung, finanzielle Hilfen).
- Letztes Mittel: Trennung vom Kind ausschließlich bei konkreter, nachweisbarer Gefährdung des Kindeswohls und gesetzlicher Ermächtigungsgrundlage.
- Gleichstellung: Uneheliche Kinder genießen identische Rechte – Diskriminierung ist verboten.
2. Historischer Wille des Grundgesetzgebers
Der Parlamentarische Rat formulierte Artikel 6 als klare Antwort auf die NS-Zeit:
- Ziel: Nie wieder staatliche Entziehung von Kindern, Auslöschung elterlicher Rechte oder ideologische Umformung der Familie.
- Fundamental ist die Vorstellung einer freiheitlichen Ordnung, in der die Familie als „Keimzelle der Gesellschaft“ dient – geschützt gegen totalitäre Übergriffe.
- Das Elternrecht ist als natürliches Recht definiert: Es entsteht mit der Geburt, nicht durch staatliche Gewährung.
3. Schutzumfang und Verfassungsfunktionen
Artikel 6 GG sichert mehrfachen Schutz:
- Institutionenschutz (Ehe/Familie als Ganzes, Abs. 1).
- Elternrecht (Erziehungspflicht und -befugnis, Abs. 2).
- Hürden für staatliche Trennung (Abs. 3: Ultima-Ratio-Prinzip).
- Schutz der Mutterschaft (Abs. 4: materielle und soziale Sicherheit).
- Chancengleichheit für alle Kinder (Abs. 5).
Abwehrrecht gegen den Staat und gleichzeitig Anspruch auf staatliche Förderung („Schutz und Fürsorge“).
4. Eingriffsvoraussetzungen: Strengste Prüfung
Staatliche Eingriffe in die Familienintegrität sind nur zulässig, wenn:
- Konkrete Kindeswohlgefährdung nachgewiesen wird (nicht: abweichende Erziehungsstile!).
- Die Maßnahme durch ein Gesetz legitimiert ist, das ausdrücklich Artikel 6 GG nennt (Zitierrecht nach Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG).
- Keine milderen Mittel zur Verfügung stehen (Ultima-Ratio-Prinzip).
Hinweis: Fehlt die Zitierung von Artikel 6 GG in Normen wie § 1666 BGB oder § 42 SGB VIII, ist der Eingriff formell verfassungswidrig und nichtig (vgl. BVerfGE 89, 213).
5. Zitierrecht als „Schranke der Schranken“
Das Zitierrecht in Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG:
- Transparenzgebot: Der Gesetzgeber muss Grundrechte und deren Einschränkungen klar benennen.
- Verfassungsschutz: Verhindert schleichende Aushöhlung des Elternrechts durch unausgesprochene Normen.
- Rechtsfolgen: Fehlende Zitierung = Unwirksamkeit der Norm, nicht heilbar durch Auslegung.
Zusatzhinweis
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Kinder, Familie und Jugendamt
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Fazit
Artikel 6 GG ist ein Mauerschutz gegen staatliche Willkür. Wer diesen Artikel rechtswirksam anwendet, nimmt dem Staat die Legitimation für übergriffige Eingriffe – und sichert die Freiheit der Familie als Keimzelle des Souveräns.
Mit diesem Wissen: Nie wieder Ohnmacht gegenüber Behörden.
„Erwachen ist Aufwachen aus dem Traum der Wahnvorstellungen des Verstandes.“







